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Buckelpistencamps - Freeridecamps

zuletzt aktualisiert:
16.04.2009

Auszüge aus dem FIS Wettkampfreglement

Auszugsweise wird hier das Reglement für Buckelpiste und Parallelbuckelpiste vorgestellt. Das vollständige und aktuelle Reglement findet ihr auf der FIS-Website oder bei der DSV-Geschäftsstelle.

6200 BUCKELPISTE

6201 Definition

Ein Buckelpistenwettkampf besteht im Durchfahren einer steilen, stark mit Buckeln durchsetzten Piste, wobei das Schwergewicht auf der technischen Ausführung der Schwünge, der Sprungmanöver und der Geschwindigkeit liegt. Siehe Art. 3060.2.1 bezüglich der Halb-Finals und er Finalläufe.

6202 Bewertung

6202.1 Schwünge, Technik; entspricht 50 % der Wertung

6202.2 Sprünge; entspricht 25 % der Wertung

6202.3 Geschwindigkeit; entspricht 25 % der Wertung

6203 Bewertungsablauf

6203.1 Bewertung mit 7 Kampfrichtern

Die Kampfrichter bewerten den Lauf des Wettkämpfers mittels eines aufgeteilten Wertungssystem.

6203.1.1 Kampfrichter für die Technik

Fünf Kampfrichter bewerten unabhängig die Leistung des Wettkämpfers gemäss den Kriterien Art. 6204.1. Die höchste und die niedrigste Note werden gestrichen und die übrigen 3 Noten zusammengezählt.

6203.1.2 Kampfrichter für Sprünge

Zwei Kampfrichter bewerten unabhängig die Sprünge des Wettkämpfers gemäss den Kriterien Art. 6204.2. Die Gesamtwertung für die Sprünge ist der Durchschnitt der beiden Kampfrichterwertungen. Totale Sprungwertung = 3.75 (max) x 2 Sprünge = 7.5 (max) pro Kampfrichter.

6203.1.3 Endnote

Die Kampfrichterendnote ist die Summe des Mittelwertes der beiden Sprungnoten und den drei zählenden Techniknoten. Die Endnote ergibt sich aus der Summe der Geschwindigkeitsnote, berechnet gemäss Art. 6204.3 und der Kampfrichterendnote.

6204 Bewertungskriterien

6204.1 Schwünge (50 % der Wertung) Min. 0.0 / Max. = 5.0

Schwünge als Bewertungskriterium beziehen sich auf die technische Qualität der Fahrt des Wettkämpfers durch die Buckelpiste. Schwünge beim Buckelpistenfahren sind eine gleichmäßige rhythmische Richtungsänderung auf jede Seite der Falllinie, wobei eine dem Gelände angepasste, aggressive aber kontrollierte Technik gefahren wird.

6204.1.1 Es werden neun (9) Teilkriterien bewertet:

6204.1.1.1 Falllinie

Das Fahren in der Falllinie bedeutet die kürzeste Linie vom Start zum Ziel im Mittleren Bereich des Kurses. Um die max. Punktezahl für die Falllinie zu erreichen muss der Wettkämpfer sogleich nach verlassen des Starttores auf seiner von ihm gewählten Falllinie bleiben. Ein Kurs sollte möglichst so gesteckt werden, dass die natürliche Falllinie der Mittellinie des Kurses entspricht.

6204.1.1.2 Ausnutzung der Buckel

Benutzung der Buckel zur geschnittenen Schwungauslösung. Minimum ein Schwung pro Buckel.

6204.1.1.3 Ökonomische Bewegung

Minimaler Aufwand für eine maximale Schwungauslösung.

6204.1.1.4 Absorption

Der Ski-Schnee Kontakt sollte so viel wie möglich beibehalten werden. Je schneller der Lauf, umso härter hat die Absorption zu sein. Die Bewegungen des Oberkörpers sollen auf ein Minimum reduziert werden. Die Beine sollten als Schock-Absorber benutzt werden. Den Buckeln zuvorkommen.

6204.1.1.5 Geschnittene Schwünge

Alle Schwünge sollten durch Kanteneinsatz eingeleitet werden. Wirksamer Einsatz der Kanten zur Kontrolle der Geschwindigkeit während der ganzen Fahrt.

6204.1.1.6 Körperhaltung

Der Kopf soll ruhig bleiben und immer talwärts gerichtet sein. Die Schultern zeigen quer zur Fahrtrichtung. Die Arme bleiben vor dem Körper in einer natürlichen Haltung. Die Beine bleiben zusammen und beschreiben einen Winkel zwischen Hüft-Knie und Fersen.

6204.1.1.7 Stockeinsatz

Der Stockeinsatz dient dem Fahrer zur rechtzeitigen Schwungauslösung und zur Erhaltung des Gleichgewichts. Rationelle Bewegungen. Die Arme bleiben vor dem Körper. Doppelter Stock-Einsatz sollte vermieden werden, außer beim Absprung und der Landung von Sprüngen.

6204.1.1.8 Kontrolle

Die Kontrolle ist über den ganzen Lauf durch Schwünge wie oben beschrieben anzustreben.

6204.1.1.9 Aggressivität

Unter Aggressivität verstehen wir das Fahren bis zur persönlichen Grenze, jedoch nicht darüber.

6204.1.2 Richtungswerte für Schwungtechnik

  • Ausgezeichnet 4.6 - 5.0
  • Sehr gut 4.1 - 4.5
  • Gut 3.6 - 4.0
  • Überdurchschnittlich 3.1 - 3.5
  • Kompetent 2.6 - 3.0
  • Unterdurchschnittlich 2.1 - 2.5
  • Schwach 1.1 - 2.0
  • Sehr schwach 0.1 - 1.0
  • Nicht gefahren 0.0 RNS/DNS

6204.2 Sprünge (25 % der Wertung) Min. = 0.0 / Max. 2.5

6204.2.1 Die Wertung wird in zwei Teile aufgeteilt: Ausführung und Schwierigkeit. Der Sprung wird aus einer Wertungsscala von 2.5 Punkten gewertet und einem Schwierigkeitsfaktor entsprechend dem gezeigten Sprung. Siehe Formel 6204.2.1.2.

6204.2.1.1 Technische Ausführung (Form)

Für die Bewertung der Ausführung und der Auslösung der Sprünge gelten folgende Kriterien:

1. Qualität (Form, Landung)

2. Höhe / Weite

3. Spontanität

Punktetotal max. 2.5 pro Sprung

Merke: Sprünge müssen mindestens 0.1 Pkt. in der Techn. Ausführung erhalten, um Punkte für die Schwierigkeit zu erhalten.

Punkte-Liste

  • Sehr guter Sprung 2.1 - 2.5
  • Guter Sprung 1.6 - 2.0
  • Mittelmäßiger Sprung 1.1 - 1.5
  • Schwacher Sprung 0.6 - 1.0
  • Sehr schwacher Sprung 0.0 - 0.5

6204.2.1.2 Schwierigkeit

Die Schwierigkeit des Sprunges wird mit folgender Schwierigkeits-Formel errechnet:

Einfach Manöver Ausführungsnote x 2.62/2.5

Doppel Manöver Ausführungsnote x 3.18/2.5

Dreifach Manöver Ausführungsnote x 3.75/2.5

360° (Helikopter) Ausführungsnote x 3.57/2.5

360° mit 1 Position Ausführungsnote x 3.75/2.5

360° mit 2 Positionen Ausführungsnote x 4.25/2.5 (bis max. 3.75)

720° Ausführungsnote x 4.25/2.5 (bis max. 3.75)

720° mit Position Ausführungsnote x 4.25/2.5 (bis max. 3.75)

Vierfach Manöver Ausführungsnote x 4.25/2.5 (bis max. 3.75)

Die Kampfrichter für die Sprünge müssen sich über die Art des Sprunges einig sein. Bei Unstimmigkeit entscheidet der Chefkampfrichter. Für ein 360° mit Position(en) kann die Position(en) während oder nach der Drehung ausgeführt werden.

6204.2.2 Jeder Wettkämpfer hat zwei (2) verschiedene Sprünge zu zeigen. "Verschiedene" Sprünge sind:

  • unterschiedliche Anzahl Manöver
  • zwei Sprünge aus verschiedenen Gruppen
  • werden zwei Mehrfachmanöver ausgeführt, dürfen sie die gleiche Gruppenkombination aufweisen, wobei aber die Reihenfolge ändern muss. Nur gleich ausgeführte Sprünge, werden als wiederholte Sprünge angerechnet.

 

möglich

möglich

nicht möglich

Erster Sprung

TD

TST

S

Zweiter Sprung

DT

STS

K

 

6204.2.3 Sprünge aus verschiedenen Gruppen sind wie folgt.

1. Grätsche, Kosak, Zudnik

2. Daffy

3. Rückenkratzer, Mule Kick, Iron Cross

4. Twister

5. Helikopter (360°)

6. 360° mit 1 Position

7. 360° mit 2 Positionen

7. 720°

8. 720° mit einer oder mehr Positionen

6204.2.4 Nach jedem Sprung muss der Lauf mit kontrollierten Schwüngen fortgesetzt werden. Wenn ein Wettkämpfer über die Zeitmessung an der Ziellinie springt und diese deshalb nicht auslöst erhält er keine Zeitpunkte. Wenn ein Wettkämpfer seinen Sprung mit der Skimitte auf oder vor der Ziellinie landet wird der Sprung gewertet.

6204.3 Geschwindigkeit (25 % der Wertung) Min.=0.0 / Max.=2.5

Die Geschwindigkeit ist die Zeit die der Wettkämpfer braucht um die Piste zu durchfahren. Die Zeit wird gemessen vom Moment an wenn der Fahrer das Starttor verlässt bis er die Ziellinie durchfährt. Die Punkte welche für die Geschwindigkeit vergeben werden, heißen Zeitpunkte und errechnen sich nach folgendem Vorgehen:

6205 Spezielle Bestimmungen: Buckelpiste

6205.1 Skiverlust und Stops

Verliert ein Wettkämpfer einen Ski bevor er die Ziellinie überquert, darf er seinen Lauf auf einem Ski beenden. Er wird gemäss seiner Leistung bewertet. Falls ein Wettkämpfer seinen Lauf nicht fortsetzt und es ihm nicht gelingt seinen Ski innerhalb von 10 Sekunden wieder anzuschnallen, wird sein Lauf bis zum Zeitpunkt des Skiverlustes bewertet (0 Zeitpunkte). Verliert ein Wettkämpfer beide Skis, wird sein Lauf bis zum Zeitpunkt des Skiverlustes bewertet (0 Zeitpunkte). Unterbricht ein Wettkämpfer seinen Lauf für mehr als 10 sek. So wird er bis zum Zeitpunkt des Fahrtunterbruches gewertet (ohne Zeitpunkte). Der Wettkämpfer sollte die Piste so bald als möglich verlassen.

6205.2 Anzahl der Sprünge

Vor jedem Wettkampf bestätigt die Jury auf Empfehlung des Chef-Kampfrichters die Anzahl der auszuführenden Sprünge. Die Anzahl der Sprünge muss an der letzten Mannschaftsführersitzung vor dem Wettkampf bekannt gegeben werden. Bei allen Internationalen Buckelpisten-Wettkämpfen sind 2 Sprünge zu zeigen. Der Wettkämpfer muss sich nicht auf die bekannt gegebene Anzahl der Sprünge beschränken, muss jedoch um die volle Wertung zu erlangen die bekannt gegebene Anzahl ausführen. z.B.: Wenn 2 Sprünge verlangt werden und der Wettkämpfer nur einen Sprung ausführt, kann er höchstens 50 % der Wertung erreichen. Bei mehr als 2 Sprüngen werden die 2 Besten bewertet. z.B.:

Wenn 2 Sprünge verlangt werden und der Wettkämpfer 3 Sprünge ausführt, werden die 2 Besten bewertet. Der Wettkämpfer muss jedoch darauf achten, durch die Ausführung zu vieler Sprünge seine Wertung für Schwünge nicht zu gefährden.

6300 PARALLEL BUCKELPISTE

6301 Definition

Der Parallelbuckelpisten-Wettkampf besteht aus einzelnen Ausscheidungsläufen, bei denen zwei Wettkämpfer gegeneinander fahren und sich damit für die weiteren Runden qualifizieren. Dabei wird auf einer steilen, stark mit Buckeln durchsetzten Piste gefahren, wobei das Schwergewicht der Bewertung auf der technischen Ausführung der Schwünge, der Sprungmanöver und der Geschwindigkeit liegt.

6303 Bewertungsablauf

Beim Parallelbuckelpisten-Wettkampf, bewertet jeder Kampfrichter unabhängig welcher der beiden Fahrer die Kriterien aus Art. 6204, Bewertungskriterien Buckelpiste, besser erfüllt, und zeigt seinen Entscheid gemäss dem Parallelbuckelpisten System an, entsprechend der vom Wettkämpfer gefahrenen Piste. Der Verlierer scheidet aus und der Gewinner steigt in die nächste Runde auf bis dass die Finalisten feststehen. Siehe Regel 6206.4 für weitere Wettkampfabläufe.

6304 Bewertungsablauf, Parallelbuckelpiste

6304.1 Parallelbuckelpiste

Die Bewertungskriterien im Parallelbuckelpisten Wettkampf entsprechen den Kriterien wie sie in Art. 6204.1 ”Schwünge” und Art. 6204.2 ”Sprünge” beschrieben sind. Die Geschwindigkeit ist ein Vergleichswert der gefahrenen Zeiten gemäss Art. 6404.2.3.

6304.1.1 Bewertung mit 5 Kampfrichtern

Eine Gruppe von fünf (5) Kampfrichtern verteilt Noten entsprechend den spezifischen untenstehenden Wertungskriterien für jeden Kampfrichter:

SPRÜNGE: Ein (1) Kampfrichter

GESCHWINDIGKEIT: Ein (1) Kampfrichter

SCHWÜNGE: Zwei (2) Kampfrichter

ALLGEMEINER EINDRUCK (OVERALL): Ein (1) Kampfrichter

KR 1 - KR 2: Schwünge

KR 3: Geschwindigkeit

KR 4: Sprünge

KR 5: Overall

Die Geschwindigkeit ist ein Vergleichswert der gefahrenen Zeiten gemäss Art. 6304.2.3. Der Kampfrichterstand muss sich in der Mitte am Pistenende befinden.

6304.1.2 Bewertung mit 7 Kampfrichtern

Eine Gruppe von sieben (7) Kampfrichtern verteilt Noten entsprechend den spezifischen untenstehenden Wertungskriterien für jeden Kampfrichter:

SPRÜNGE: Zwei (2) Kampfrichter

GESCHWINDIGKEIT: Ein (1) Kampfrichter

SCHWÜNGE: Vier (4) Kampfrichter

KR 1 - KR 4: Schwünge

KR 5 - KR 6: Sprünge

KR 7: Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit ist ein Vergleichswert der gefahrenen Zeiten gemäss Art. 6304.2.3.

6304.2 Parallelbuckelpiste System

Beim Parallelbuckelpisten System, besitzt jeder Kampfrichter einen Satz Tafeln welche nicht gezeigt werden bis zur Aufforderung durch den Chef Kampfrichter:

”Kampfrichter zur Wertung bereit”. Sodann hebt jeder Kampfrichter die gewählte Tafel hoch, so dass sie für die Wettkämpfer, Speaker, Zuschauer und die Auswertung gut sichtbar ist, bis zur Aufforderung des Chef Kampfrichters: ”Tafeln runter”.

Die Tafeln sollten rund sein mit einem Durchmesser von ca. 25 cm und einem Handgriff von ca. 50 cm. Die Tafeln sind auf beiden Seiten segmentartig entsprechend der Punkteverteilung aufgeteilt und entsprechend coloriert (5-0, 4-1, 3-2, 2-3, 1-4, 0-5).

Vor jedem Kampfrichter sind am Kampfrichterstand Tafeln mit der entsprechenden Bezeichnung seines Wertungskriteriums angebracht (T-Schwünge, Turns; A-Sprünge, Air; S-Geschwindigkeit, Speed; O-Allgemein, Overall).

6304.2.3 Zeitmessung

Die Zeitmessung muss bei allen Wettkämpfen elektronisch erfolgen. Die Zeitmessung erfolgt für beide Pisten separat, damit die Zeitdifferenz der beiden Fahrer ausgerechnet werden kann.

Die Punkte werden wie folgt verteilt:

- Beide Fahrer innerhalb von 0.74 Sekunden = 3-2

- Die Zeitdifferenz beträgt zwischen 0.75 und 1.49 Sek. = 4-1

- Die Zeitdifferenz ist gleich oder größer als 1.5 Sekunden = 5-0